Leitartikel Christian Seifert: Dresden Gruna - mehr als ein Stadtteil

Der Stadtteil Dresden Gruna. Unzählige Geschichten. 80 Jahre gelebte Solidarität.

Dresden-Gruna ist seit Jahrzehnten ein Ort, an dem Gemeinschaft, Nachbarschaft und gegenseitige Hilfe gelebt werden. Doch wie begann diese Erfolgsgeschichte – und welche Herausforderungen warten heute auf den Stadtteil?

In seinem Leitartikel der neuen Ausgabe unseres Senioren- und Mitgliedermagazins Lebensbilder 2/2026 nimmt Christian Seifert, Vorstandsvorsitzender der Volkssolidarität Dresden, Sie mit auf eine Reise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von 80 Jahren gelebter Solidarität in Dresden-Gruna. Er zeigt, warum Gruna bis heute ein Vorbild für Zusammenhalt ist – und wie die Volkssolidarität den Stadtteil auch künftig aktiv mitgestalten möchte.

Lesen Sie nun den Leitartikel:

Liebe Leserinnen und Leser,
unsere aktuelle Ausgabe der Lebensbilder steht unter dem Motto „80 Jahre gelebte Solidarität in Dresden-Gruna“.

Wir Dresdner sind nicht nur Gründungsort der Volkssolidarität, sondern wir sind bis heute das lebendige und pulsierende Herz einer Bewegung, die sich nach dem Aufruf „Volkssolidarität gegen Wintersnot!“ vom 17. Oktober 1945 zur Linderung von Not und Elend rasch über die gesamte Sowjetische Besatzungszone ausbreitete und bis heute in Ostdeutschland wirkt. Im Mittelpunkt steht seither der Mensch, dessen unveräußerliche Würde es zu wahren und zu schützen gilt. Sie findet ihren Ausdruck im mitmenschlichen Handeln für den Nächsten. Hilfe ist für die Volkssolidarität immer zuerst Selbsthilfe.

Dieses Prinzip der primären Selbstverantwortung, jedoch ergänzt durch die Verantwortungsübernahme der übergeordneten Ebene, wenn die darunterliegende Ebene oder eben der einzelne Mensch in seiner Sorge für sich und die ihm anvertrauten überfordert wird, nennt man Subsidiarität. Dieses Leitmotiv ist bereits in dem historischen Aufruf von 1945 verankert.

In der Subsidiarität tätiger Sozialverein

Wir als in der Subsidiarität tätiger Sozialverein wirken daher in erster Linie auf lokaler Ebene, ganz nah
bei den Menschen. Der Dresdener Stadtteil Gruna ist hierfür ein beeindruckendes und lebendiges Beispiel. Erste Aktivitäten der Volkssolidarität in Gruna lassen sich seit 1946 nachweisen. Es sind vielfältige Beispiele der Hilfe, Gemeinschaft, Begegnung, Kultur und nicht zuletzt von Lebensfreude. In Gruna fanden unsere ersten traditionellen Listensammlungen nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Mit diesem Engagement wurden und werden bis heute wichtige soziale Projekte direkt in unseren Nachbarschaften ermöglicht. Wir feiern in diesem Jahr nicht nur 80 Jahre Volkssolidarität in Gruna, sondern auch 25 Jahre Begegnungsstätte Fidelio am Standort Papstdorfer Straße, was wir gebührend begehen wollen. Schon jetzt spreche ich eine herzliche Einladung dazu aus.

Neue Ausgabe der Lebensbilder mit interessanten historischen Fakten

Gründung des Clubs der Volkssolidarität Commeniusstraße, DresdenMit unserer neuen Ausgabe der Lebensbilder (2 / 2026) nehmen wir Sie auf kleine eine Zeitreise mit, für die wir viele interessante historische Fakten zusammengetragen haben. Wussten Sie, dass unser Seniorenchor „Musica74“
eine gemeinsame Gründung der Volkssolidarität und des Kulturpalastes Dresden war und dass er seit 1974 seine Heimat in Dresden-Gruna hat?

Gruna hat Anteil von 36,13 % im Alter von 60 Jahren und älter

Wir wagen auch einen vorsichtigen Blick in die Zukunft, denn die Herausforderung unserer Zeit ist der
demografische Wandel. Gruna gehört zu den Stadtteilen von Dresden mit hohen Einwohnerzahlen und mit einem Anteil von 36,13 % im Alter von 60 Jahren und älter. Er zählt damit zu den Gebieten, wo von einer Überalterung der Gesellschaft gesprochen werden kann. Dem wollen wir gemeinsam mit der Landeshauptstadt Dresden und der Stadteilgemeinschaft entgegenwirken. Wir sind bereit mit unserem liebgewordenen Beratungs- und Begegnungszentrum Fidelio ab 2028 in die Villa Akazienhof in der Schneebergstraße 16 umzuziehen, um ein genera-
tionsübergreifendes, nachhaltiges Kultur- und Nachbarschaftszentrum zu entwickeln. Ob wir auch nach dem Wunsch der Stadt Dresden Betreiber werden können, hängt nicht zuletzt von einem langfristig wirtschaftlich tragfähigen Konzept ab.

Pflegekompetenz-Zentrum in Dresden Gruna – Pfeiler der weiteren Entwicklung des Quartiers

Für die Weiterentwicklung des Quartiers kann auf ein starkes Fundament gebaut werden, denn wir
begegnen den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft mit modernsten Angeboten. Ein wesentlicher Pfeiler ist dabei das Pflegekompetenzzentrum Dresden Gruna mit der engagierten Alltagsbetreuung unseres Ambulanten Dienstes in Dresden-Ost. Unsere Teams sind täglich vor Ort, um den Menschen Sicherheit und Lebensqualität in den eigenen vier Wänden zu erhalten.

Demenz -ein Thema unserer Gesellschaft

Ergänzend dazu schließt unsere Kurzzeitpflege eine kritische Lücke: Sie bietet Betroffenen ein professionelles Umfeld und schenkt pflegenden Angehörigen die dringend notwendige Entlastung und Atempause, wenn die Pflege zu Hause vorübergehend nicht ausreicht. Wie wichtig dieses engmaschige Netz im Stadtteil ist, zeigt sich besonders beim Thema Demenz. Ich lade Sie herzlich ein, die „Woche der Demenz“ im September zu begleiten. Unsere Einrichtungen haben für diese Aktionswoche zahlreiche Veranstaltungen und Beratungsangebote organisiert, um aufzuklären und Betroffenen wie Angehörigen zu zeigen: Ihr seid nicht allein.

In dieser Ausgabe der Lebensbilder stellen wir den Hausarzt Dr. Conrad Föst aus Dresden-Johannstadt vor, der erstmalig unser Redaktionsteam mit seiner ärztlichen Expertise mit Informationen zur Gürtelrose-Impfung verstärkt.

Einblicke in unsere Arbeit gewähren unsere Gorbitzer Einrichtungsleiterin Katrin Hölzel zum Thema
Kurzzeitpflege und unser Aufsichtsratsvorsitzender Dietmar Kammerschen. Letzterer berichtet anschaulich wie man sich auch noch als junger Ruheständler in herausragender Position innerhalb der Volkssolidarität Dresden mit seinen beruflichen Erfahrungen und Fachwissen für das Gemeinwohl einbringt und gleichzeitig beim Schachspielen in der Begegnungsstätte Amadeus in Johannstadt neue Freunde findet.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und viele neue Impulse für ein lebendiges Dresden.
Kommen Sie zu uns und werden Sie gerne auch Mitglied der Volkssolidarität Dresden, denn nur gemeinsam sind wir stark!

Ihr
Christian Seifert

Vorstandsvorsitzender
Volkssolidarität Dresden

 

PS. In den kommenden Tagen und Wochen veröffentlichen wir unsere Artikel der neuen Ausgabe unseres Senioren- und Mitgliedermagazins „Lebensbilder“als Beitrage. Schon jetzt freuen wir uns auf Ihr Feedback, Anregungen und Ideen unter info@volkssoli-dresden.de.