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Ausstellungen

„Lebensläufe” im World Trade Center

Vom 26. April bis 10. Mai 2010 präsentierte die Volkssolidarität Dresden zusammen mit der Volkssolidarität Kreisverband Bautzen e.V. im World Trade Center in Dresden, Ammonstraße 74, die Ausstellung "Lebensläufe".                      

Gezeigt wurden zwölf eindrucksvolle biographische Portraits von Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen in Text und Bild. Das besondere an „Lebensläufe“ ist, dass jenseits der Krankheitsbetrachtung die individuelle Gewordenheit von alten und hochaltrigen Menschen einer besonderen Generation zum Tragen kommt. Mit 75 aufwendig geführten und ausgewerteten biografischen Interviews wurden Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und Pflegekräfte befragt. 

Lebensgeschichten, die unter die Haut gehen

Entstanden sind Lebensgeschichten, die unter die Haut gehen, weil sie eigensinnig, leidvoll, anrührend, traurig und bezaubernd sind. Im Fokus: Männer und Frauen der Vorkriegs-, Kriegs- und Nachkriegszeit. Es wird deutlich, wie jene Menschen, die heute Demenz haben, ihr Leben bestritten und bewältigt haben, was ihnen wichtig war, was ihnen Sinn gab. In der Gegenwart mit Demenz droht all dies in Vergessenheit zu geraten, weil die Krankheit das gesamte frühere Leben in Frage stellt, zerstreut und zerstückelt. Nichts scheint mehr, wie es war. Einmalig ist und bleibt aber die Biografie, die Einmaligkeit von geleistetem, erlittenem, wunderbaren und glücklichem Leben, von dem man lernen kann. Deshalb will „Lebensläufe“ an die Lebensleistung von Menschen erinnern, die heute an Demenz erkrankt sind.

Die Ausstellung möchte dazu einladen, hinter das Krankheitsdasein, hinter Symptomkomplexe und hinter Verhaltensauffälligkeiten zu sehen und den ganzen Menschen zu betrachten. Auch und gerade weil er der Logik des Gesunden nicht mehr entspricht. Eigenlogiken gewinnen mit Demenz an Bedeutung. Die Sinnhorizonte in Biografien werden wichtiger. Betrachtet man sie, so trifft man den Kern von Bedürfnissen. Und man gibt der Wahrheit des Lebens betroffener alter Menschen Raum. Und der Würde. Mit der Ausstellung ist es gelungen, die Stimme von Menschen mit Demenz auf besondere Weise hörbar zu machen. Und fühlbar. Mit Illustrationen des Dresdner Künstlers Martin Eggers wird neben der Schrift auch im Schauen deutlich, was gelebtes Leben heißen kann.

„Lebensläufe“ ist ein Jahresprojekt, das sich als große wissenschaftliche Arbeit bei der Volkssolidarität Bautzen unter dem Titel „Demenz, mehr als eine Krankheit“ entwickelt hat. Die Ausstellung ist nun unterwegs und Dresden das erste große Ziel. Die Schirmherrschaft hat Frau Dr. med. Franziska Rubin vom MDR aus Leipzig übernommen. Grundlegendes Ziel war und ist es, Demenz weiter zu enttabuisieren und gemäß einer Normalisierungsidee mehr in unser öffentliches bzw. gesellschaftliches Bewusstsein zu rücken.

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Kontakt

Volkssolidarität Dresden e.V.
Alfred-Althus-Straße 2
01067 Dresden

Telefon: 0351/ 50 10 870
Telefax: 0351/ 50 10 859
verein@volkssoli-dresden.de
www.volkssoli-dresden.de

© Volkssolidarität Dresden

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